
Am Dienstag, den 22. April, benannte der Linke.SDS-Leipzig die Universität Leipzig symbolisch in „Wolfgang-Abendroth-Universität“ um. Gegen 12.45 Uhr zerschnitten Mitglieder des linken Studierendenverbandes in Leipzig ein rotes Band vor dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum in der Beethovenstraße. Mit dem Namen Wolfgang Abendroth, welcher als einer der wenigen deutschen Professoren die 68er-Bewegung auch praktisch unterstützte und an der Marburger Universität kritische, marxistische Wissenschaft etablierte, verbanden die Studenten politische Forderungen. Sie verlangten eine demokratische Hochschulverfassung, offenen Zugang zum Studium für alle ohne NC oder Studiengebühren, die Unabhängigkeit der Lehre von wirtschaftlichen Interessen und die Etablierung kritischer Wissenschaften. Erst mit der Erfüllung dieser Forderungen, könne sich die Universität Leipzig den Namen des politischen Wissenschaftlers verdienen. Als Teil einer bundesweiten Aktion des Linke.SDS setzten damit auch die Leipziger zwei politische Signale: Erstens, eine demokratische, sozial gerechte und kritische Universität muss sowohl in Leipzig als auch bundesweit immer wieder eingefordert und erkämpft werden. Zweitens, ein erster Schritt dahin kann die Beschäftigung mit dem theoretischen Erbe und praktischem Handeln der 68er-Bewegung sein. Ein Ziel, welches der Kongress „40 Jahre 1968“ vom 2. bis 4. Mai in Berlin verfolgt, für den die Leipziger Studenten mit ihrer Aktion ebenfalls warben.
Pia Probst (SDS-Leipzig)
Am 13.12.2007 demonstrierten mehr als 13000 Studierende aus ganz Sachsen in Dresden gegen die geplanten Novelle des Sächs. Hochschulgesetzes und folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaften GEW Sachsen und ver.di gemeinsam mit der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften und der Landesvertretung Akademischer Mittelbau, um für mehr Einfluss an den Hochschulen des Landes zu demonstrieren. Dabei geht es um die Grundsatzfrage, ob bei der Hochschulorganisation eher ökonomische oder demokratische Kriterien im Vordergrund stehen sollen. Die CDU mit Ministerpräsident Georg Milbradt (noch) an der Spitze will den aus Studierenenvertretern bestehenden Konzils abschaffen - im Interesse der "Wirtschaftlichkeit". Anstelle des bisher höchsten beschlussfassenden Gremiums soll ein Hochschulrat eingesetzt werden. Die Landesregierung will 75 Prozent des Rats mit Mitgliedern besetzen, die nicht der Hochschule angehören.
Um 13 Uhr startete der Demonstrationszug am Fritz-Förster-Platz und bewegte sich dann Richtung Landtag. Mehr Informationen oder im demoblog
Fotos von Nils Gemeinhardt mehr
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