Erfurter Aufruf zur Gründung eines „
Bundesrates LINKE Frauen“
Wir – frauenbewegte, gleichstellungsorientierte und feministische Sozialistinnen in
der Partei DIE LINKE - gründen heute auf dem Erfurter Parteitag unserer Partei
einen „Bundesrat LINKE Frauen“.
Mit dem Bundesrat LINKE Frauen bekommt der im Programm unserer Partei
verankerte Wille zur Weiterentwicklung unseres sozialistisch-feministischen Profils
ein demokratisch legitimiertes Forum, von dem aus Diskussionen in die Partei
hineingetragen und dort auf allen Ebenen weitergeführt werden können.
Mit der Schaffung des Bundesrates wollen wir die notwendige Verbindlichkeit und
den organisatorischen Rahmen für die Arbeit aller Frauen in der LINKEn schaffen
und die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen sichern. Der Bundesrat soll
Impulse setzen, Veranstaltungen organisieren, die jährliche Bundesfrauenkonferenz
verbindlich vorbereiten und eine größere Ausstrahlung feministischer Positionen in
Partei und Gesellschaft erreichen.
DIE LINKE hat unzählige engagierte, kompetente und ideenreiche Frauen. Wir
wollen nicht länger auf eine Vernetzung verzichten und transparent und in
Zusammenarbeit mit all denjenigen, die auf Länder- und kommunaler Ebene, in
Frauenstrukturen und auf Tagungen an der Weiterentwicklung des sozialistischfeministischen
Profils arbeiten, die Partei als Vertreterin eines modernen Sozialismus
stärken.
Erfurt, den 23.10.2011
Am letzten Septemberwochenende fanden in Magdeburg die 4. Bundesfrauenkonferenz der Partei DIE LINKE und das Frauenplenum des Bundesparteitages statt. Über 120 Frauen und einige Männer berieten zu den Leitanträgen des Programmparteitages. Zahlreiche Sächsinnen nahmen an den Beratungen teil. Die Teilnehmerinnen des Frauenplenums unterstützten, nach einer teils kontroversen Diskussion, mit großer Mehrheit einen Antrag zur Änderung des § 10 der Bundessatzung. Die politische Willensbildung der Frauen in der Partei soll gestärkt werden, das politische Gewicht von frauen- und genderpolitischen sowie feministischen Aspekten soll wachsen. Das Ziel für die Zukunft ist es, einen Bundesfrauenverband zu gründen, wenn die Basisfrauen es wünschen. Der geänderte § 10 soll zunächst die Schaffung eines Bundesrates LINKE FRauen als Koordinierungsgremium ermöglichen. Die Bildung von Landesfrauenverbänden muss in den jeweiligen Landessatzungen verankert werden. In Sachsen gibt es dazu zustimmende Beschlüsse der Landeslisa und der Landesfrauenkonferenz, sowie die Unterstützung durch den Landesvorstand.Wir fordern daher unsere Bundesparteitagsdelegierten auf, für diesen Antrag zu stimmen. Wichtiger Diskussionspunkt war auch die die feministische Betrachtung zum Thema Zeit.. Der Besitz oder die Verfügbarkeit über Zeit entscheidet wesentlich über unsere Lebensqualität oder über die Frage: Wie können wir leben. Deshalb fordert das Frauenplenum die die Delegierten des Erfurter Parteitages auf, dem Antrag „ Die Politik der Linken- Politik um Zeit“ als Anhang zum neuen Parteiprogramm ihre Zustimmung zu geben. Linke Politik setzt sich dafür ein, dass es allen Menschen möglich wird, ihre Zeit ein Viertel für Erwerbsarbeit, ein Viertel Reproduktionsarbeit (Familienarbeit) , ein Viertel für Muße. Kunst und Kultur und ein Viertel für Politik (gesellschaftliches Engagement) einzusetzen. Das wäre ein „ Aufbruch im Vier-Viertel-Takt“, eine Vier-in-Einem-Perspektive, eine Vision für die Zukunft. Dieser Vision liegt ein Arbeitsbegriff zugrunde, den viele WählerInnen mit uns teilen. Dieser Text fordert zum Dachdenken, Diskutieren und Weiterentwickeln auf nd ist in dieser Fassung nicht endgültig und unveränderbar, kann aber helfen linke Visionen von einer anderen Gesellschaft zu erklären.
7. Behindertenpolitische Konferenz
vom 24. bis 26. September 2010
in Rothenburg (Sachsen)
Einladung und Anmeldung