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Thiele wies zu Beginn darauf hin, dass das Vorgehen der Dresdner Staatsanwaltschaft skandalös ist. So wird unter anderem Herrn Tervooren vorgeworfen, mit der Fahne des VVN-BdA der Choreograph der Koordinator der Anti-Nazi-Protestler zu sein, da er mit dieser Demonstrationsteilnehmer_innen gesteuert haben soll. Tervooren stellte richtig, dass es vielleicht Traum eines jeden jungen Menschen sei, wenn ihm tausende Antifaschist_innen folgen, er war jedoch in Dresden, um gemeinsam mit vielen anderen den Marsch von Nazis zu verhindern. Im gleichen Atemzug machte er deutlich, dass er auch im Februar 2012 wieder „bewaffnet“ mit derselben Fahne in Dresden sein wird, um die Blockaden des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ zu unterstützen.
Lothar König, Jenaer Jugendpfarrer, der sich schon seit einiger Zeit wegen angeblicher Aufhetzung von Demonstrationsteilnehmer_innen und aufwieglerischen Landfriedensbruch im Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft befindet, wird beim Vorgehen der Ermittlungsbehörden an Stasi-Methoden erinnert. Dies mache ihm Angst, da er „mittlerweile Sachsen und insbesondere der sächsischen Justiz alles zutraut“. Wenn sich derartige Handlungen durchsetzen, „ist die Demokratie in Sachsen höchst gefährdet“, so König weiter. Auch wenn die staatlichen Vorwürfe abgewehrt werden, so geht doch ein Stück Lebensfreude verloren, da dafür viel Kraft – die für andere Dinge fehlt – verloren geht. Stefan Thiele macht deutlich, dass die Repressionen nicht unbedingt Verurteilungen zum Ziel haben, sondern die Betroffenen verunsichern sollen. Als Beispiel nannte er den Dresdner Verein „Roter Baum e.V.“. Dieser wurde im Zuge der Razzia am 19. Februar 2011 ebenfalls durchsucht und sieht sich nun mit einer Stigmatisierung konfrontiert. Unter anderem sollen Fördergelder gekürzt werden und dies obwohl es keinen Vorwurf gegen den Verein oder Vorstandsmitglieder gibt. Rechtsanwältin Pietrzyk erläuterte die juristische Einschätzung
der Repression. „diffamieren-kriminalisieren-isolieren“ – dass
ist scheinbar das Ziel der sächsischen Ermittlungsbehörden. Eingriffe
in Grundrechte, die vom Sächsischen Datenschutzbeauftragten im Gutachten
vom 9. September 2011 gerügt wurden und die Stellungnahme des Republikanischen
Anwaltsvereines vom 5. Januar 2012 (1) scheint in Sachsen die Verantwortlichen
nicht zu interessieren. Selbst das Auschwitz-Komitee warnt Sachsen davor, leichtfertig
mit den Grundrechten umzugehen. Unter diesem Hintergrund ist es mehr als unverständlich,
wenn schon jetzt durch den sächsischen Justizminister Jürgen Martens
(FDP) geäußert wird, dass eine erneute Funkzellenabfrage nicht ausgeschlossen
sei. (2) Quellen: |
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| Veranstaltungshinweis des Bündnis „Nazifrei!
- Dresden stellt sich quer“ |
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Ihr habt mit eurer Gruppe bereits in den vergangenen Jahren Nazis in Dresden gestoppt? Oder ihr wollt neu in die Kampagne einsteigen? Dann gilt es offene Fragen zu klären und uns gemeinsam abzustimmen. Dazu laden wir euch zu einem sachsenweiten Koordinierungstreffen ein: am 14.01.2012 von 11:00 – 16:00 Uhr nach Dresden (Adresse folgt) Wir schlagen folgende Tagesordnung vor: 1. Begrüßung und allgemeine Vorstellung Wenn ihr zu diesem Treffen kommen wollt, meldet euch bitte unbedingt mit einer Email an sachsen@dresden-nazifrei.com an, damit euch weitere Infos, z.B. zu unserem Tagungsort erreichen. Die Emailadresse, die ihr für diese Rückmeldung nutzt, wird auch in den Emailverteiler für die sachsenweite Vernetzung eingetragen. Über diesen Verteiler laufen dann alle sachsenspezifischen Infos und ihr könnt auf diesem Weg auch eure Vorstellungen, z.B. weitere Tagesordnungspunkte oder Fragen senden. Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Treffen. Viele Grüße weitere Informationen: |
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16.12.2011
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Wie alle Jahre wieder wollen die Nazis in Dresden auch im Februar 2012 ihren europaweit größten Aufmarsch in die Realität umsetzen. Nach vielen Jahren fast ungehinderter Aufmärsche in Dresden sind sie zwei Jahre in Folge gescheitert und dennoch mobilisieren sie wieder.
Aus diesem Grund möchten wir Euch und Eure GenossInnen ganz herzlich zum zeitigen Frühlingsspaziergang am 18. Februar 2012 nach Dresden einladen. Ob es kalt ist und Schnee liegt, ob Ihr abgehört werdet und ob Ihr wieder mit Repressionen rechnen müsst, können wir leider nicht ausschließen bzw. es abschließend sagen. Es gibt in der Stadtgesellschaft Dresdens erstmalig auch die Bereitschaft, mehr als die Menschenkette zu organisieren. So soll es am 18. Februar 2012 eine durch die Stadt organisierte große Kundgebung in Sicht und Hörweite des geplanten Naziaufmarsches geben. Auch wir, DIE LINKE. Sachsen und DIE LINKE. Dresden, werden uns 2012 an verschiedenen friedlichen Aktionen und Protestformen beteiligen. Wir sagen: Alle friedlichen Aktionen, die sich gegen den Naziaufmarsch richten, haben unsere Sympathien. Unter anderem wird am 13. Februar 2012 der „Täterspuren“-Mahngang durchgeführt werden, um an die NS-Geschichte Dresdens zu erinnern.
Wir hoffen, dass Ihr ein weiteres Mal an unserer Seite dafür kämpft, dass in Dresden mit der durch Wegsehen der CDU-Stadtspitze möglich gewordenen Tradition, dass Nazis unbehelligt durch die Stadt laufen können, endgültig gebrochen wird. In den letzten Monaten wurden zahlreiche AktivistInnen der letzten beiden Jahre durch Repressionsmaßnahmen überzogen und die Staatsanwaltschaft verfolgte einen Weg, der Einschüchterung zum Ziel hatte. Lasst sie damit nicht erfolgreich sein, denn es ist legitim, seine Meinung kundzutun und Protest in Sicht- und Hörweite in die Tat umzusetzen. Umso wichtiger ist, dass wir alle gemeinsam 2012 wieder ein deutliches Zeichen setzen, indem wir entschlossener gegen die Aushöhlung von Versammlungsrecht und Meinungsfreiheit zusammenstehen.
Wir lassen uns nicht einschüchtern! Überall wo Dresdnerinnen und Dresdner und ihre Gäste sind, kann kein Nazis sein. Im Sinne des Aufrufes von Dresden Nazifrei: „Aller guten Dinge sind drei!“ hoffen wir auf Eure tatkräftige Unterstützung. |
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| Aufruf des Bündnisses Dresden Nazifrei 2012 |
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Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7.000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten. Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern. „Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an! AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim! Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte. Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit! Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! |
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Pressedienst DIE LINKE. Sachsen, 101/2011, 22.11.2011
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Der Vorsitzende der LINKEN in Sachsen, Rico Gebhardt, erklärt im Zusammenhang mit den in Sachsen bekanntgeworden Skandalen um die Aktivitäten von Neonazis:
Es ist selbstverständlich, dass die Ermittlungsbehörden dort, wo der Vorwurf der Gewalt gegen Polizisten bzw. Sachbeschädigung im Raum steht, konsequent aufklären und die Verantwortlichen ihrer gerechten Bestrafung zugeführt werden. Aber die Fortsetzung unzähliger Verfahren gegen Menschen, die sich völlig friedlich dem demonstrativen Auftreten der Vorfeldorganisationen von Nazi-Netzwerken entgegenstellen, die das Land mit Terror, Mord und Totschlag heimsuchen, ist unangemessen und unverantwortlich. Dass der Rechtsstaat in Sachsen oft wie ein Rechts-Staat erscheint, ist ein fataler Eindruck, der endlich korrigiert werden muss!" |
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