Verbraucherrechte von Anlegern stärken
Lay weiter: „Allerdings sollte es schon lange eine Selbstverständlichkeit sein, dass Wertpapierhäuser haften müssen, wenn sie sich unseriöser Finanzvermittler bedienen. Dass hierfür erst ein Gerichtsurteil nötig ist, zeigt den erheblichen Nachholbedarf, den Deutschland in der Stärkung von Verbraucherrechten und Haftungsfragen hat. DIE LINKE fordert, endlich die Beweislast von den Verbrauchern auf die Anbieter umzukehren. Auch die zehnjährige Verjährungsfrist ist nicht verbrauchergerecht. Finanzgeschäfte sind oft auf lange Zeit angelegt. Wir wollen wieder eine Verjährungsfrist von 30 Jahren, wie es sie in Deutschland bis 2001 gab. Auch kann von unabhängiger Beratung keine Rede sein, solange Finanzvermittler für den Verkauf von Wertpapieren Provisionen erhalten. Deshalb wollen wir die Provisionsberatung schrittweise überwinden. Wir müssen stattdessen die Honorarberatung ausbauen und die unabhängige Beratung durch Verbraucherzentralen stärken. Finnland macht es vor. DIE LINKE hat dazu letzte Wochen einen Antrag eingebracht (Drucksache 17/887).“
Absurdes Ablenkungsmanöver - Wolfsbüro gegen Jugendhilfe
Zum heute angekündigten Brief von Landrat Michael Harig an den Freistaat erklärt die Bundestagsabgeordnete mit Büro in Hoyerswerda, MdB Caren Lay: Das ist ein absurdes Ablenkungsmanöver. Anstatt das Wolfsbüro gegen die Jugendhilfe auszuspielen, sollten sich die drei Kommunalpolitiker der CDU lieber an ihre Parteifreunde in Berlin und Dresden wenden und für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen kämpfen. Das Land Sachsen saniert sich unter einer CDU-geführten Regierung seit Jahren auf Kosten der Kommunen. Das irreführend als “Wachstumsbeschleunigungsgesetz” betitelt Paket der schwarz-gelben Bundesregierung und eine verfehlte Steuer-,Wirtschafts- und Sozialpolitik tragen ihr übriges dazu bei, Länder und Kommunen an den Rand der Insolvenz zu führen. Die von der CDU selbst herbeigeführte Finanznot von Land und Kommunen jetzt auf dem Rücken des Wolfsprojekts auszutragen, ist der Gipfel. Das Wolfsbüro leistet eine wichtige Aufklärungsarbeit – unter andern auch für Jugendliche - und hat durch seine Öffentlichkeitsarbeit nebenbei dazu beigetragen, die Lausitz bundesweit bekannt zu machen. Die beiden Landräte und der Oberbürgermeister sollten sich mit dem Wolfsprojekt schmücken, anstatt es zu bekämpfen. Wenn sie es ernst meinen mit ihrer Kritik an der Jugendhilfekürzung, dann sind sie herzlich dazu eingeladen, sich morgen an der Demonstration gegen die geplanten Kürzungen vor dem Sächsischen Landtag zu beteiligen!
Verbraucherschutzbehörde für Finanzmärkte schaffen
Lay weiter: "Finanzieller Verbraucherschutz darf nicht länger als Randthema abgestraft werden. Verbraucherzentralen leisten seit Jahren Sisyphusarbeit, weil die deutsche Finanzaufsicht keinen gesetzlichen Auftrag für den Verbraucherschutz hat. Es kann nicht sein, dass die Finanzaufsicht bei der Weitergabe verbraucherpolitisch wichtiger Informationen auf den guten Willen der Kredit- und Finanzinstitute angewiesen ist. Eine eigene Verbraucherschutzbehörde für Finanzmärkte kann dafür sorgen, dass Verbraucherinteressen nicht länger den Interessen der Finanzwirtschaft unterliegen. Dabei muss sie Verbraucherverbände demokratisch einbeziehen und einen Verbraucherbeirat einrichten. Ebenso brauchen Verbraucherverbände endlich das Recht, mit Sammelklagen Verbraucherinteressen wirkungsvoll einzufordern.
Derlei Vorschläge sind nicht etwa ein Experiment, sondern in anderen Ländern längst erprobt."
"DIE LINKE fordert eine Abkehr vom Provisionssystem sowie den Ausbau und die bedarfsdeckende Finanzierung der unabhängigen Beratung durch Verbraucherverbände. Vor allem aber brauchen wir eine Verbraucherschutzbehörde. Wenn die Finanzaufsicht einen gesetzlichen Auftrag für den Verbraucherschutz erhält, kann sie endlich aktiv werden. Wir brauchen dringend eine Aufsicht, die bei Beschwerden verbindlich einschreitet und flächendeckend dafür sorgt, Defizite zu beheben. Deutschland muss seine Rückständigkeit beim finanziellen Verbraucherschutz endlich überwinden."
"DIE LINKE fordert eine staatliche Preisaufsicht und eine durchgreifende Behördenaufsicht über den Energiehandel. Wir setzen uns für bessere Klagemöglichkeiten für Verbraucherverbände und Marktwächter ein, die im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher die Stromkonzerne überwachen.
Ginge es nach den Rohstoffpreisen, müsste Strom gegenüber dem Vorjahr heute um ein Viertel billiger sein. Tatsächlich zahlen die Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit jeden Monat etwa 20 Euro zu viel. Hauptgrund dafür ist der Handel mit Strommengenverträgen, so genannten Derivaten. Durch die Spekulationen haben sich die Kosten der Beschaffung elektrischer Energie in den letzten vier Jahren verdoppelt."
"Mit Infoblättern und einer besseren Ausbildung der Bankberater ist es nicht getan. Wir brauchen einen Finanz-TÜV als Zulassungsstelle für neue Finanzprodukte und eine institutionelle Stärkung der Verbraucherschutzes – unter anderem durch Marktwächter. Selbst in den USA ist eine unabhängige Verbraucherbehörde für Finanzprodukte beschlossen worden.
Das Grundproblem geht Aigner nicht an: Solange Berater Provisionen für den Verkauf von Finanzprodukten erhalten, kann es keine neutrale und am Kunden orientierte Beratung geben. DIE LINKE tritt außerdem dafür ein, die unabhängige Beratung durch Verbraucherverbände finanziell deutlich auszubauen."
Rede MdB Caren Lay zum Geschäftsbereich Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf der 3. Sitzung des Deutschen Bundestages
Erster Bundestags-Antrag von Caren Lay (MdB) fordert gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West
Dazu Caren Lay: „Ostdeutschland braucht eine starke Interessensvertretung im Bund. Insbesondere im exemplarisch von Strukturschwäche und Abwanderung betroffenen Landkreis Bautzen können wir davon ein Lied singen. 20 Jahre nach der Wende ist es notwendig und dringend an der Zeit, dass endlich gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West hergestellt werden. Hier steht die Politik in der Verantwortung.
Ich hoffe, dass diese Einsicht insbesondere nach den gestrigen Feierlichkeiten zum Mauerfall breit geteilt wird und sich auch andere Fraktionen unserem Vorschlag anschließen. Auch die anderen Abgeordneten aus dem Osten, insbesondere die anderen MdBs aus dem Wahlkreis Bautzen, fordere ich auf, unserem Antrag zuzustimmen.“
Ifo-Chef Sinn will Hoyerswerdaer Langzeitarbeitslosen an den Kragen – Hoyerswerdaer MdB Lay zeigt sich empört.
„Mit dieser Einstellung entfernt sich ein führender Wirtschaftsökonom eindeutig vom Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, die im Grundgesetz festgeschrieben sind.
Nachdem falsche ALG II-Bescheide und Repressionen gegen Langzeitarbeitslose an der Tagesordnung sind, sollen Hoyerswerdaer Hartz-IV-Bezieher_innen nun auch noch bestraft werden weil sie in einer Region leben, die wie kaum eine andere unter der schwachen Wirtschaft zu leiden hat.
Das ist unwürdig und diskriminierend.
Die weit über 2000 Hartz IV-Bezieher_innen in Hoyerswerda haben nicht zu viel, sondern zu wenig zum Leben.
DIE LINKE fordert daher eine Bedarfsdeckende Grundsicherung. In einem ersten Schritt soll der Regelsatz auf 500 € angehoben werden.
Die Abgeordnete ergänzt:
„Die Äußerungen von Herrn Sinn sind weltfremd. Ich fordere ihn auf, zur Realität zurückzukehren und den Focus auf die Probleme der Hoyerswerdaer Hartz-IVBezieher_innen zu richten. Gerne lade ich Herrn Sinn nach Hoyerswerda ein, um sich ein Bild der tatsächlichen Lebensbedingungen der Hoyerswerdaer Erwerbslosen zu machen."